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Posts Tagged ‘Anja Ollmert’

hinter-tuerenEin Beitrag von Anja Ollmert

Ich bin passionierter Beobachter.

Im April 2013 ist es erschienen: das Buch, das die Leser einlädt, gemeinsam mit mir einen Blick auf das pralle Leben zu werfen. Ich bin ein stiller, passionierter Beobachter meines Umfelds. Wer jedoch nach der Lektüre von „Hinter Türen“ glaubt, mein Freundes-und Bekanntenkreis bestehe aus völlig verschrobenen und sogar kriminellen Individuen, der irrt.

Es sind winzige Kleinigkeiten aus dem Alltag, die in meine Texte Einzug halten dürfen.

Das mag sich in Beschreibungen der Protagonisten ebenso wiederfinden, wie in ihrem fiktiven Lebensumfeld. Immer aber werden dabei persönliche Eindrücke und Erinnerungen verfremdet, ausformuliert und stilisiert sein. Und doch bleibt dieses kleine Fitzelchen des wahrhaft Erlebten. Der Satz eines vorübereilenden Fremden, eine Nachricht in Funk oder Fernsehen, beiläufig wahrgenommen, das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Szenen und Menschen bei einem Nachmittag im Straßencafé – der Gelegenheiten sind viele.

Wir sind es heute gewohnt, durch die zahlreichen Doku-Soaps, Gerichtssendungen, TV-Schuldnerberater oder selbsternannte Innenarchitekten und Wohnraumdesigner Einblicke in das Leben anderer zu bekommen. Aber interessiert uns das wirklich, wenn jeder im Fernsehen alles von sich preisgibt? Wie glaubhaft sind Eltern, die ihre Kinder in die Fremde schicken, damit sie dort gehorchen lernen oder Ehepaare, die sich bei einer erdachten Therapiesitzung mit der Psychologin streiten, dass die Fetzen fliegen?

Mich hingegen interessieren die Menschen hinter der Skurrilität ihres Lebens. Wir dürfen uns erlauben, näher hinzusehen und ihre Eigenheiten zu entdecken, wenn wir dabei nicht verletzend werden. Autoren und Leser dürfen sie morden, leben, lieben und leiden lassen und dabei ihren eigenen Vorstellungen folgen.

Das ist die Essenz meiner Kurzgeschichten-Anthologie, in der wir völlig gefahrlos für beide Seiten Kriminellem, Mörderischem, Unterhaltsamem, Fantastischem und Skurrilem begegnen dürfen. Dazu sind meine Leser eingeladen, wenn sie die Buchdeckel von „Hinter Türen“ öffnen, denn diese Buchdeckel stehen stellvertretend für die Türen des Lebens.

Anja Ollmert Kurzgeschichten-Anthologie „Hinter Türen“, erschienen bei Amazon

Hinter Türen jetzt bei Amazon bestellen:
ISBN: 978-1484043219 (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-7309-1315-4 (E-Book)
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Michael E. VietenMeine liebe Kollegin Marita Sydow Hamann bat mich vor ein paar Tagen im Rahmen des „The Next Big Thing Blog Hop“-Projekts um ein kurzes Interview. Gerne kam ich Maritas Wunsch nach, aber von einem internationalen Projekt „The Next Big Thing Blog Hop“ hatte ich zuvor noch nie gehört.
Umso erstaunter war ich, welche Dimension dieses von mir bisher unbemerkte Projekt bereits erreicht hatte. Ich brauchte nur den gesetzten Links zu folgen und landete auf den Homepages von AutorInnen auf der ganzen Welt.

„The Next Big Thing Blog Hop“ (TNBTBH) ist eine internationale Aktion AutorInnen zu befragen, an welchem Buch sie gerade arbeiten. In den Interviews werden immer die gleichen Fragen gestellt und zusammen mit den Antworten auf den Homepages der AutorInnen veröffentlicht. Dann wird der Stab weitergereicht und weitere AutorInnen eingeladen, ebenfalls an der Aktion teilzunehmen.

Mich hat also Marita Sydow Hamann eingeladen. Marita ist gebürtige Norwegerin und lebt und arbeitet mit Ihrem Mann in Schweden. Marita, ich beneide Dich!
Ihre Antworten auf die 10 Fragen findet Ihr hier. Marita schreibt Fantasy-Romane und Kinderbücher. Sie freut sich über einen Besuch auf: Marita Sydow Hamann Books

Nun also Maritas Interview mit mir:

Was ist der Arbeitstitel Ihres Buchs?
Das Leben und Sterben des Jason Wunderlich. Mit diesem Titel ist das E-Book soeben erschienen. Das Marketing dafür und die Vorbereitungen zum Druck des P-Books binden derzeit meine Aufmerksamkeit. Zum Schreiben komme ich im Moment nicht.

Woher kam die Idee für das Buch?
Es sind die kleinen und großen Dramen im Leben von Menschen, die mich inspirieren. Meine Texte sind wie Balladen und oft eine Mischung aus Erlebtem, Sehnsüchten, Hoffnungen und ein wenig Fantasie.

Unter welches Genre fällt Ihr Buch?
Belletristik. Drama und Tragödie.

Wie lautet die Ein-Satz-Zusammenfassung Ihres Buches?
Der größte Friedhof, ist der Friedhof der Träume und Hoffnungen denn seine Gräber bedecken jeden Winkel dieser Welt.

Welche Schauspieler sollten Ihre Charaktere in einer Filmumsetzung spielen?
Ken Duken und Benicio del Toro oder Steve Buscemi.

Werden Sie Ihr Buch selbst verlegen oder wird es vertreten durch einen Agenten?
Beides. Eine Medien-Agentur hat den Vertrieb meiner E-Books übernommen. Meine P-Books werden vorerst von mir selbst via CreateSpace vertrieben, bis ich dafür eine Agentur oder einen Verlag gefunden habe.

Wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten Entwurf Ihres Manuskripts zu schreiben?
Etwa ein Jahr.

Welche anderen Bücher würden Sie mit Ihrem Genre vergleichen?
Schwierig. Ich kenne keines. Das Buch zum Film „Rendezvous mit Joe Black“ vielleicht.

Was sonst über Ihr Buch könnte das Interesse des Lesers wecken?
Der Trailer. Den gibts hier.

Möchten Sie andere Autoren für das Interview nominieren?
Oh ja, gerne. Da wären zunächst Anja Blum und Anja Ollmert. Beide haben an dieser Stelle schon einmal Gastbeiträge geschrieben. Dann die liebe Bettina Münster und die von mir überaus geschätzte Hedy Loewe, Ihren Gastbeitrag gibt es ebenfalls hier, und Swantje Berndt und Tim Svart. Tim schreibt Horror, und was mich wirklich freut, er ist damit sehr erfolgreich. Seinen Gastbeitrag gibt es auch hier.

Die Antworten der Kollegen im Rahmen des spannenden Projektes „The Next Big Thing Blog Hop“ reiche ich hier nach, sobald ich die Links zu deren Interviews erhalten habe.

The Next Big Thing Blog Hop – Interview mit: Anja Ollmert, Anja Blum, Bettina Münster, Hedy Loewe und Tim Svart

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Ein Beitrag von Anja Ollmert

Mein Debütroman „Aoife“, dessen Titel manchen Leser ins Straucheln geraten lässt, ist erst im Juni 2012 im AAVAA-Verlag erschienen. Es ist ein Buch, das den Leser zu einer Reise in eine mythische und fremdartige Welt einlädt.

Aoife (sprich= Iwi), mein weiblicher Hauptcharakter, lebt allein, ist ein wenig verträumt und es gelingt ihr immer wieder, in den Geschichten ihrer geliebten Bücher zu versinken. In ihrem beruflichen Leben ist sie als Werbefachfrau unterwegs und dabei recht erfolgreich. Man könnte meinen, dass sich diese Eigenschaften widersprechen, doch ich glaube, das viele Menschen ein berufliches und ein privates Gesicht haben, und beide sich nicht immer gleichen.

Zugleich ist Aoife nur deshalb allein, weil sie den geplanten Lebenspartner verloren hat. Durch den Tod starb auch ihre Liebe. Daniel musste diese Reise ohne sie antreten und Aoife fühlt sich vielleicht ein wenig vom Glück betrogen. (Wer ahnt schon immer genau, was die eigenen Protagonisten denken?) Es bleiben ihr stattdessen nur enge Freunde, die ihr zwar wichtig sind, aber diese Lücke nicht füllen können, die sich vor ihr aufgetan hat.

Aoife ist also eine alleinstehende Frau, mit interessantem Beruf, die ihre Finger nicht von alten Büchern lassen kann und jede freie Minute mit ihnen verbringt. Am meisten fesseln sie die Sagen der alten Kelten, ja die keltische Kultur überhaupt. Ihre Beziehung zu dem aktuellen Buch geht sogar so weit, dass sie mit dem Buch spricht. Sie vertröstet es, wenn sie keine Zeit für ein paar Seiten hat. Und ehrlich gesagt: Schon oft habe ich selbst in Gedanken so reagiert, wenn ich in eine Geschichte eintauchte, mich von einem Buch so sehr fesseln ließ, dass ich alles andere am liebsten beiseitegeschoben hätte. Heute nennen wir ein solches Buch Pageturner und das Gefühl ist wohl vielen Lesern vertraut.

Die Ereignisse der Sagen aus dem keltischen Reich stehen beim Lesen so klar vor Aoifes Augen, dass sie meint, Teil der Geschichte zu sein. Der Held Cúchulainn spielt eine tragende Rolle darin. Ein Mann wie ein Baum, mit Fähigkeiten, über die kein Mann der realen Welt verfügt. Eine Art Traumprinz, jedoch mit deutlichen Ecken und Kanten und einer nicht ganz leichten Historie.

In der Samhainnacht, einem Fest, das wir – amerikanisch angehaucht – als Halloween kennen, sitzt dieser Held nun an seinem einsamen Feuer. Die Kelten wussten in diesen Nächten die Tore der Anderswelt, dem Ort für Geistwesen und Tote, weit geöffnet. Aoife verfolgt die Geschehnisse mit jeder Zeile, die sie liest und plötzlich sitzt sie ihm am Feuer gegenüber. Mit einem Mal wird sie Teil seiner Geschichte und er wird in der Folge zu einem Teil ihrer eigenen Geschichte werden.

Aoife passt sich an, versucht sich zu integrieren, sich möglichst unauffällig einzugliedern, doch dabei streift sie die Wurzeln ihrer christlichen Tradition nicht ab. Sie erhält Gelegenheit, davon zu sprechen. Allein Aoifes Art, von Jesus zu erzählen, ist überzeugend, schnörkellos und ehrlich und durch ihre Art, zu leben, hoffentlich auch authentisch.

Ich selbst bin ein sehr christlich orientierter Mensch. Das spiegelt sich in meiner Erzählung vermutlich wider. Seit der Veröffentlichung habe ich festgestellt, dass dieser Erzählstrang manchen Leser irritiert, aber wie Aoife wollte ich darüber sprechen dürfen, ohne andere davon überzeugen zu wollen.

Es hat lange gedauert, ehe ich einen Verlag für „Aoife“ gefunden habe. Ich gebe zu, dass ich zwischendurch den Mut verlor und sie lange Zeit ein Dasein in meiner Schublade gefristet hat. Einer Freundin verdanke ich, dass ich es noch einmal gewagt habe, das Manuskript zu versenden. Und die Antworten mancher LeserInnen zeigen mir, dass sich der Weg gelohnt hat.

Das genieße ich übrigens besonders, wenn ich mit meinen Lesern in persönlichen Kontakt treten kann. Deshalb wird es im kommenden Jahr auch eine Lesung der besonderen Art geben, auf die ich mich sehr freue. In einem (parkenden) Reisebus sind die Teilnehmer eingeladen, sich auf eine Reise in eine fremde Welt zu begeben und sich mit Passagen aus dem Buch, mit Bildern und Tönen von der grünen Insel Irland und ihren keltischen Ursprüngen verzaubern zu lassen.

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