Schaue ich mich um im Kollegen- oder Freundeskreis, ist fast jeder dritte bereits geschieden. Bei den Prominenten, die unser Leben begleiten, bei all den Stars und Sternchen, ist die Quote noch höher. Heute stellt diese Tatsache, dass die Beziehung zu Bruch geht, keine Schande mehr dar. Zum Glück! Doch stimmt mich diese Austauschmentalität mitunter traurig. Unsere Zeit ist die schnelllebigste seit Menschengedenken. Sollte da nicht gerade die Partnerschaft ein beständiger, Halt gebender Teil in unserem Leben sein?
Sicherlich ist das der Wunsch aller, die sich vor Amt und Gott das Ja-Wort geben. Doch in unserer Wegwerfgesellschaft wird oft das kleinste Problem zur unumschiffbaren Klippe. Das Beziehungsschiff zerbricht daran. Dennoch steckt er ganz tief in jedem von uns – der Wunsch nach Partnerschaft, nach Vertrauen, nach Aufgehoben sein. So mancher kompensiert dieses Urverlangen z.B. mit der Liebe zu einem Tier. Ein Tier widerspricht nicht, jedenfalls nicht mit Worten. Ein Tier schmust, ist immer zur Stelle. Vor allem Hunde freuen sich immer, wenn Frauchen oder Herrchen erscheint – egal wie er/sie aussieht oder drauf ist. Bei uns Frauen stehen die Pferde ganz hoch im Kurs.
So auch bei meiner Romanheldin Cilly Brahms. Sie selbst schätzt sich als beziehungsunfähig ein und bevor sie in ihren Gefühlen verletzt wird, lässt sie sich gar nicht erst auf etwas Ernstes ein. Ihre Liebe gilt den Pferden, die edel, stark, sanft und schön sind. Cilly versteht die Pferde und die Pferde verstehen sie.
Steckt er nicht auch in Cilly ganz tief drinnen, der Wunsch, mit einem menschlichen Partner durchs Leben zu gehen?
In meinem Roman »Grundglück« habe ich genau das zu Thema gemacht. Seien Sie gespannt, was passiert.
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Anja Blum.
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