Ein Beitrag von Ingrid Schmitz
2 Leben – 1 Tod klingt zunächst wie der Titel eines handelsüblichen Kriminalromans. Das ist er nur auf den ersten Blick. Die Geschichte beginnt am Niederrhein. Ein geheimnisvoller Gegenstand, eine verwirrte alte Frau und ihr Sohn, der nicht in der Realität lebt. Die Künstlerin und
Hobbyermittlerin Mia Magaloff gerät in einen mysteriösen Kriminalfall, dessen Lösung nicht von dieser Welt ist – sie muss sich in Second Life an die Fersen der Täter heften…
Genau diese Verbrecherjagd im Second Life ist außergewöhnlich, weil das Thema “Virtuelle Welten” so noch in keinem deutschen Kriminalroman behandelt worden ist. Gemeinsam mit meiner Serienfigur erlebt der Leser die Abenteuerreise in ein fremdes und doch so vertrautes zweites Leben. Vertraut, weil hinter jedem Avatar ein Mensch steckt, der ihn führt und der seine reale Welt in der virtuellen zum Teil wieder aufgebaut hat. Fremd, weil niemand unter seinem wahren Namen auftritt und die Regeln andere sind. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dennoch kein Grund zur Panik. Avatare können nicht sterben – die nicht.
Für mich war dieses Romanprojekt eine sehr große Herausforderung, denn ich musste sehr schnell erkennen, dass ich damit meiner Zeit weit voraus war. Kommentare wie: “Pass bloß auf, dass du nicht spielsüchtig wirst”, über “Nicht, dass du eines Tages durchdrehst” bis “Wen interessieren denn irgendwelche Püppchen im Internet?” Dabei ist diese Welt als 3D-Chat zu verstehen. Das Internet 3.0 sozusagen, das irgendwann selbstverständlich sein wird, doch da stieß ich auf taube Ohren.
Es kostete mich viel Zeit und Überzeugungskraft, für diese innovative Romanidee einen Verlag zu finden. Einige Verleger und Lektorinnen verwechselten die virtuelle Welt mit einem Computerspiel und wollten “so etwas” nicht fördern, andere waren zu konservativ und konnten mit solch einem “neumodischen Kram” nichts anfangen. Schließlich überzeugte ich dann doch den damaligen Verlagsleiter des Droste Verlags in Düsseldorf, der das Manuskript 2009 als Printversion herausbrachte.
Nach Erscheinen des Buches war die Presseaufmerksamkeit groß. Das lag zum Einen auch daran, dass “2 Leben – 1 Tod” der erste Roman ist, von dessen Protagonisten man sich nach dem Lesen nicht zwangsläufig verabschieden muss, sondern man kann sie in der virtuellen Welt besuchen kommen. Meine Serienfigur Mia Magaloff wurde auf diesem Wege virtuell real. Sie wohnt seitdem in einem Appartement im Burj al Arab, trifft sich mit interessierten Lesern am Tatort und führt sie zu den im Buch beschriebenen Orten. Auch für mich als Krimiautorin war es die Gelegenheit eine virtuelle Präsenz zu bekommen. Als Schriftstellerin “Sameja Lomba” lese ich regelmäßig im Second Life aus meinen Büchern vor und halte Treffen im Krimicafé im virtuellen München ab.
Umso mehr freute mich die Anfrage der Lektorin vom Droemer Knaur Verlag, München. Sie wollte “2 Leben – 1 Tod” als interaktives eBook veröffentlichen, weil sich das Thema förmlich dafür anbot. Vollständig überarbeitet und aktualisiert steht es jetzt in allen Online-Buchhandlungen, Bibliotheken und eBook-Stationen der Buchhandlungen zum Download auf alle Systeme (PC/Laptop/iPad/Reader) bereit.
Der Leser kann nun selbst entscheiden, ob er die Kriminalgeschichte einfach nur lesen möchte und gemeinsam mit Mia Magaloff die virtuelle Welt kennenlernen will oder ob er sich mit Klicks auf die zahlreichen Verlinkungen, direkt zum Tatort teleportieren, sich mit der Privatermittlerin oder mit mir treffen, oder sich die im Buch beschriebenen Orte anschauen möchte. (Vorausgesetzt, er hat sich vorher kostenlos in der virtuellen Welt angemeldet).
Heute bin ich froh, dass ich mein Ziel so hartnäckig verfolgt habe und dieser Roman tatsächlich veröffentlicht worden ist. Vielleicht haben mich die Anfangsschwierigkeiten und Unkenrufe auch beflügelt, nach dem Motto “Jetzt erst recht!” DAS kann ich nur jeder Schriftstellerin, jedem Schriftsteller raten: Nicht aufgeben und an sich und das Werk glauben, wenn man vollständig davon überzeugt ist.
In diesem Sinne.
Mörderisch liebe Grüße
Ingrid Schmitz
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*Second Life und Linden Lab sind eingetragene Warenzeichen von Linden Research, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Keine Rechtsverletzung beabsichtigt.
























Das klingt wirklich sehr interessant. Witzigerweise hat mir erst vor einer Woche ein Kollege bei http://www.frieling.de/
davon erzählt und ich stoße jetzt aus Zufall auf diesen Artikel.